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Die Rekonstruktionszeichnung des Wasserschloss Dürnau  - Landreis Göppingen, Württemberg war eine sehr reizvolle Aufgabe, konnte doch die schon in der Kinder- und Jugendzeit große Leidenschaft des Erfindens von Stadtbildern, Burgen und Schlössern genutzt werden.

Eine Baubeschreibung von 1844 des Oberamts Göppingen schildert das Dürnauer Schloss "...dem Zerfalle nahe und ganz unbewohnt.“ Kurz danach, im Jahr 1845, wurde die Anlage wegen Baufälligkeit abgebrochen. Der Grundriss des Schloßareals ist dank des Urkatasters von 1828 bekannt. Vom Abbruch verschont blieben ein Gewölbekeller, die Brücke, Teile der Hofmauer und der inneren Grabenmauer. Der Wirtschaftshof wurde erst im 20.Jahrhundert bis auf einen heute sanierten Eckteil abgerissen. Als das bisher freigebliebene Schlossgelände um 2000 überbaut werden sollte, war dies der Anlass zu archäologischen Untersuchungen.

Das Engagement von Herrn Wolf Dieter Graf von Degenfeld und die Auswertungen der Grabung sowie der noch verfügbaren historischen Quellen durch Dr.Dorothee Ade legten den Grundstein für den Versuch einer bildlichen Rekonstruktion.

Als Vorlage standen drei historische Ansichten zur Verfügung. Auf einer kleinen Grafik einer Karte von Georg Gadner von 1590 ist das Schloss sehr schematisch und mit einem Stufengiebel dargestellt. Die Boller Landtafel von 1602 zeigt das Schloss näher an der von Andreas Kieser angefertigten Ansicht von 1685. Dort sind die Dächer abgewalmt und mit je einer Giebelgaube versehen. Und vom erst im 20.Jahrhundert abgerissenen Teil des Wirtschaftshofes existieren sogar noch alte Fotos. Als hilfreich erwies sich der Katasterplan von 1828, der in den Abmessungen nur leicht von den Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen abwich.

Auf der Grundlage des durch die Grabung bestätigten Grundrisses vom Schloss Dürnau wurde zunächst ein ganz einfaches Pappmodell gebaut, um einen ersten Eindruck der Anlage zu gewinnen, war es doch eine ziemliche Tüftelei, die historischen Ansichten, mit den Beschreibungen und dem übelieferten Grundriss in Einklang zu bringen.

Auf dieser Basis entstanden erste Skizzen zu weiteren Diskussionen.

Zuletzt wurde zugunsten eines Rekonstruktionsversuches entschieden, der dem Zustand des Schlosses der Kieserschen Ansicht sehr nahe kommt, aber auch Bauteile zeigt, die zu Kiesers Zeit nicht mehr bestanden haben. Lediglich die kleinen Nebengebäude des Innenhofes mussten frei nachempfunden werden. Alles andere konnte dank der alten Pläne, Ansichten und historischen Beschreibungen, sowie den modernen Bildern recht glaubwürdig dargestellt werden.

Diese Skizze von Schloss Dürnau wurde zuletzt zum fertigen Bild ausgearbeitet.

wissenschaftliche Betreuung: Dr. Dorothee Ade
Photos und Skizzen: Roland Gäfgen
aquarellierte Bleistiftzeichnung, Roland Gäfgen
Standort: Originalbild in Privatbesitz

 

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